CARRL (Community And Ressource-Rich Learning) ist nicht nur eine e-Learning-Strategie, die eine Reihe an der TU Graz entwickelter, und dort eingesetzter, e-Learning-Aktivitäten bündelt - sowohl in infrastruktureller, inhaltlicher, organisatorischer, als auch in technischer Hinsicht - sondern wird darüber hinaus ein umfassendes Wissensmanagementsystem implementieren. Das Hauptziel ist es, e-Learning-Kompetenz nachhaltig in der universitären Lehre zu verankern. Dabei werden durch eine intelligente Vernetzung der vorhandenen Wissensressourcen gleichzeitig Qualität und Effizienz der Lehre gesteigert. Die Flexibilität des vorgestellten Konzeptes erlaubt die Integration existierender Systeme und Materialien über Standardschnittstellen. Dadurch ergibt sich ein hohes Maß an Anpassbarkeit und ist auch eine einfache Portierung des Systems von der TU Graz auf andere Lehranstalten möglich. Die Benutzerverwaltung und der Zugang zu den e-Learning-Inhalten wird in dem an der TU Graz entwickelten und äußerst erfolgreichen Informationsmanagementsystem CAMPUSonline integriert, ein System das von zunehmend vielen österreichischen Universitäten eingesetzt wird.
Didaktisches Konzept
Hinsichtlich der eingesetzten Lehr- bzw. Lernprinzipien wird auf die verschiedenen konkreten Anforderungen Rücksicht genommen, d.h., es kommt das Paradigma des situationsbezogenen Lernens „(situation-specific learning“) zum Einsatz. Die didaktisch-methodische Gestaltung der Module folgt ebenso den spezifischen Erfordernissen der individuellen Lehrveranstaltungen, und kann etwa von Simulationen bis zu anfänglich weitgehend „leeren“ „Shared Workspaces“ gehen, die von den Studierenden im Laufe des Kurses rund um die Kernthemen interaktiv mit Inhalten befüllt werden, wobei elektronisch von der Bibliothek und von Instituten angebotenen Inhalte eine wesentlich Hilfe darstellen und eine ständige Interaktion zwischen Lehrenden und Studierenden besteht.
Die Lernumgebung ist ein an der TU Graz selbst entwickeltes System, das auf eine fast zehnjährige Entwicklung zurückblicken kann, und entsprechend ausgereift ist. Das System mit dem Codenamen WBT-Master wurde in internationalem Rahmen (EU-Projekt CORONET) evaluiert und getestet, und wird an der TU Graz seit Jahren erfolgreich in einzelnen Lehrveranstaltungen eingesetzt und wird fortlaufend weiter ausgebaut und im Rahmen des GRADL Projektes verbessert. Wir danken in diesem Zusammenhang für die Unterstützung durch das Land Steiermark
Die e-Learning Umgebung CARRL unterscheidet sich von anderen e-Learning-Plattformen vor allem dadurch, dass sie eine flexible, individuell anpassbare und nach den spezifischen Bedürfnissen der Lehrenden kombinierbare Palette von sogenannten „Lehrobjekten“ bietet, während andere sich meist auf das konventionelle Paradigma des elektronischen Buchs (e-Book) beschränken. In CARRL wird durch jedes Lehrobjekt gezielt ein bestimmtes Lehrparadigma umgesetzt. In einem Lehr-Szenario könnten die Studierenden etwa aufgefordert sein, zunächst in einem „Prüfungsraum“ Fragen zu beantworten, dann gemäß dem Paradigma „thematische Diskussion“ Diskussionsbeiträge zu liefern und im Austausch mit den Mitstudierenden zu erörtern, und danach im Bereich „Projektmanagement-Zentrum“ gemeinsam ein Projekt zu entwickeln, usw. Die Lehr-Paradigmen werden jeweils durch bestimmte Lehrobjekte unterstützt, die die für die zu bewältigenden Aufgaben benötigten Werkzeuge zur Verfügung stellen. Über sogenannte „Portale“ können sogar Lehrobjekte von anderen Servern in CARRL eingebunden werden, sofern sie über Standardschnittstellen verfügen (PHP und/oder Servlet-Technologie). Einzelne Lehrobjekte können zu größeren Einheiten zusammengefasst werden (die dann „Kurse“ oder „persönlicher Schreibtisch“ genannt werden). Auf dieser neuen Ebene werden dann automatisch zusätzliche Funktionen zur Kommunikation und Administration angeboten. Zu den Lernszenarien, die von CARRL unterstützt werden, zählen: